Sonntag, 26.03.2006
Kaninchen mit Thymian und getrockneten Tomaten
Heute gab es Karnickel, da der Offspring wieder da war und der freut sich immer über besonderes Fleisch satt, da er sich das sonst, dank knapper Kasse nicht leisten kann. Nicht, das wir ihn hungern lassen würden, aber es ist halt eng, wenn man von den Eltern nur den Bafögsatz bekommt ( eben Miete, Nebenkosten, DSL, Telefon, Fahrkarten und bisschen was für den unluxuriösen Lebensunterhalt).
So wird es gemacht: Menge: 4-6 Portionen
Zutaten:
Kaninchenstücke (2 kg )
Marinade:
750 ml Weißwein (Silvaner)
1 Möhre, geputzt, gewürfelt
1/4 Sellerieknolle, geputzt, gewürfelt
4 Lorbeerblatt
5 Nelken
6 Piment
1 Teel. Orangenschalenzesten
1/2 Teel. Chiliflocken
1 1/2 Teel. Ras al Hanout
Zum Schmoren:
100g duchwachsener Bauernschinken, in dünnen langen Streifen aufgeschnitten
Thymian (paar Zweige in kleine Zweigchen aufgeteilt)
3 Zweige Bergbohnenkraut
2 Zweige Petersilie
2 Knoblauchknollen, ungeschält
1 Rispe Kirschtomaten
1 Essl. Tomatenmark (gestrichener)
Olivenöl
200 Gramm getrocknete Tomaten in Öl, abgetropft
Salz
Pfeffer
Anrichten:
100 Gramm grüne Oliven
Zubereitung:
Kaninchenteile in die Marinade legen und ein paar Stunden ziehen lassen.
Kaninchenteile abtupfen, dann die Teile wie Rücken und Hinterläufe mit Speck umwickeln, dabei ein kleines Thmyianzweigchen dazwischenstecken - mit Hölzchen fixieren. Kaninchenteile in einem schweren Schmortopf in Öl 5-7 min portionsweise golden anbraten - angebratene Stücke auf einer Platte zwischenlagern. Marinade abseihen: Hälfte der Möhren und Selleriewürfeln ebenfalls im Topf anrösten, dann noch das Tomatenmark einrühren. Lorbeerblätter, Kaninchenteile, die ungeschälte Knoblauchknollen, Tomaten in Öl, paar Piment, halbierte Kirschtomaten, Thymian, Bohnenkraut, Salz und Pfeffer dazugeben und soviel Marinade angießen, dass das Fleisch knapp zur Hälfte im Wein liegt, zuletzt die Petersilie dazugeben. Festschließenden Deckel auflegen und auf kleiner Flamme zugedeckt 1 Stunde 15 + min schmoren lassen (bis sich das Fleisch sich relativ leicht vom Knochen löst, wenn man mit der Gabel reinpikert) .
Kaninchenteile herausnehmen, ebenfalls die getrockneten Tomaten herausfischen und zum Fleisch legen, Thymian und Lorbeer entfernen. Den Rest in den Blender geben und die Sauce schaumig pürieren - man kann sie auch abseihen und klar lassen, aber ein bisschen Stand darf sie schon haben. Mit Salz, Pfeffer, Chili abschmecken. Danach die Oliven, Getrocknete Tomaten und das Fleisch dazugeben. Durchmengen und servieren.
Dazu gab es eine Kartoffelrolle mit Würzspinatspirale und Tomaten-Ciabatta.
Er hat tapfer reingehauen :-)
Dienstag, 21.03.2006
Von Lebkuchen und Bratwürsten
Kaba traute sich in die nächste Stadt, diesmal Nürnberg. Bei Arbeitsaufenthalten kommt man natürlich in erster Linie nur zum Arbeiten, von den Städten selbst sieht man nicht wirklich viel. Diesmal hatte ich es so organisiert, dass zumindest das Hotel richtig im Pudding, sprich in der Altstadt, war. und ich zumindest fußläufig zum Job und wieder zurück kam. Dafür war es auch eher ziemlich schäbig, das Zimmer winzig und die Einrichtung zeigte Gebrauchsspuren, bei denen man eigentlich nicht wirklich wissen wollte, was da mal passiert war.
Ansonsten ist Nürnberg schon schön, zumindest das bisschen, was ich davon gesehen habe, und die Sonne schien und es waren 12 Grad+. Das hat mich schier umgehauen, morgens hatten wir hier noch deutliche Minusgrade und paar Kilometer weiter, ist schon Frühling
An Gastronomie blieb mir nicht viel zum Rumtesten. Ich habe mich durch diverse Karamell-Macchiato getrunken, da es immer nur für eine kurze Kaffeepause reichte. Einmal auf Nummer sicher: Starbucks, einmal auf gut Glück Cafe e Pane , wirklich nettes Ding, sehr schönes Brot aus dem Holzbackofen, guter Kaffee (Königsstraße???, jedenfalls fast direkt am Hauptmarkt, schade, Brot wollte ich nicht importieren, hätte ich aber gerne).
Ansonsten tischten die Gastgeber im Rathaus die dicksten Plunderstücke, die ich jemals gesehen habe und ganz viele Brezeln zu den Sitzungen auf und wir haben lange getagt und viel davon verputzt. Es ging danach noch kurz im Sauseschritt durch den Lochkerker inkl. Folterkammer und dann schnell noch auf die Burg und einmal rund. Dann passte auch trotz Plunder und Brezeln wieder was rein. Kurz vor Achte ging es also ins Bratwurst-Röslein am Rathaus. Bei mir reichte es nur noch zu einer fränkischen Vesperplatte - so richtig Hunger hatte ich nicht. Kurz: Schinken divers, Sülzwurst, Mettwurst, Meerrettich, Senf, Salat, Graubrot. Die anderen hauten sich tapfer Würstel mit Kraut, Brezeln, Knödeln und Krustenbraten oder Leberknödelsuppen rein. War lecker, keiner hat gemaunzt, nur dass man natürlich für die Brezeln zahlen muss, die am Tisch bereitstanden, schien einigen West- oder Nordlichtern obskur, deshalb mussten die Übriggebliebenen dann noch etwas die Rechnung nachbegleichen. Also, nix ist umsonst, auch Brezeln nicht, die so freigiebig rumstehen...
Gefallen hat mir auch der kleine Markt auf dem Hauptmarkt. Wenn ich mehr hätte transportieren können, hätte ich Butternut-Kürbisse und prachtvollen Salbei einkaufen können. Aber dafür war keine Kapazität. Eine Runde Lebkuchen hab ich mir noch gegönnt, wenn schon, denn schon. Ist hier jedenfalls kalt genug dafür.
Sonntag, 12.03.2006
kaba traut sich in die große Stadt
Diese Woche hatte mich mein Job für 2 Tage in die große Stadt verschlagen, nach Hamburg. Und das Wetter war grausam. Es ist gar nicht gut, wenn man mit einem schwarzen Hosenanzug und etwas besseren Schühchen über vereiste und zugeschneite Gehwege stapfen muss, zumal die Hamburger überhaupt nix vom "Gehwege räumen" halten, das klappt ja selbst hier auf dem Dorf besser. Und es ist nicht schön, wenn man mit Lehm-Schlamm-Salzrändern an den Hosenbeinen abends im Rathaus auf einem Empfang vor dem Finanzsenator steht. Hinterher selten so gefroren und in irgendeinem Brauhaus ums Eck gelandet - wenn einem kalt ist, schmeckt Bier nicht.
Dafür haben wir zumindest gut gegessen, sowohl auf dem Stehempfang - ich weiß nicht, wer da das Catering gemacht hat, aber das Fingerfood war köstlich und reichlich, als auch mittags zwischen den Workshops und Vorträgen in der Uni. Da haben wir nämlich die Mensen gemieden und unsere Taler zum Beispiel zum Pakistaner getragen:
Balutschi
Uni-Viertel, Grindelallee 33
Telefon 45 24 79
Mmmh, sehr leckeres Lamm in Feigensauce (zum Reinknieen) und das zum Mittagstischpreis von 5.90 Euro. Allerdings habe ich mir noch etwas rote Würzsauce bringen lassen.. Dazu Mango-Lassi und eine Kanne Yogitee, was den Preis natürlich nach oben trieb.
Würde ich in Hamburg leben, wäre ich da bestimmt öfter mal.
Anderntags war das Zeitfenster leider nicht mehr Restaurant geeignet. Ich wäre gerne noch in den Bagelshop - ebenfalls Grindelallee, man schleifte mich jedoch zum Burgerbrater McD. Ich weiß schon, warum ich da nie hingehe, auch hier nicht und in den nächsten Jahren so schnell nicht wieder.